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Spacesynth.de  Interview mit Stefan Bieri - Anosphere - Noonwaverecords


Hallo Stefan,

•  Super, dass Du Dir für dieses Interview Zeit nimmst, Du hast ja vor kurzem Dein erstes eigenes Album veröffentlicht, bevor wir jedoch zu Deiner Musik kommen, kannst Du uns etwas über Dich erzählen.

Ich bin 34 Jahre alt, ledig, lebe in der Schweiz und wohne in Lengnau, Kanton Aargau.


•  Welche anderen Interessen hast Du außer der Musik noch, Hobbys, etc.

Ich gehe gerne auf Reisen und entdecke dabei andere Kulturen. Thailand zum Beispiel ist ein fantastisches Land zum Bereisen. Gastfreundliche Menschen und eine faszinierende Natur mit Südsee-Feeling! Was braucht es mehr für erholsame Ferien? Ich rede auch gerne im geselligen Rahmen mit Freunden und Bekannten über alles was das Leben so mit sich bringt. Für meine Entspannung gehe ich gerne ins Kino oder gehe Schwimmen und koche leidenschaftlich gerne Pasta.


•  Was machst Du beruflich? Wie würdest Du Dir Deine Zukunft wünschen?

Gelernt habe ich mit 16 Jahren den Lebensmittelverkauf und habe schon als Hauswart, im Büro oder im Kiosk gearbeitet. Um schulisch am Ball zu bleiben habe ich vor drei Jahren nebenberuflich die Bürolehre erfolgreich abgeschlossen. Da mich das Gesundheitswesen interessiert, habe ich vor kurzem noch die Hilfspflegeschule besucht und arbeite jetzt als Hilfspfleger in einem Krankenheim. Menschen zu begleiten und zu Helfen gefällt mir sehr. Ich habe jetzt meine definitive Berufsvorstellung gefunden und möchte mich in naher Zukunft in diesem Bereich weiterbilden.


•  Wie bist Du ursprünglich zur Musik gekommen? Welches Instrument hast Du gespielt?

Ich habe schon von klein an gerne Musik gehört. Mein Vater spielte damals viel mit der Handorgel. Das faszinierte mich! Ich war auch schon im Jodelverein und habe „gejodelt“, oder sang im Kirchenchor. Als ich 19 war, kaufte ich mir dann den ersten Synthesizer. Bis dahin habe ich nie Musik auf einem Instrument gespielt!


•  Welche Musikrichtung magst Du außer Spacesynth noch? Was sind Deine Lieblings Musiker?

Neben Italodisco und 80s Pop mag ich auch Techno, Trance, Eurodance und Goa. Ich bin ein grosser Fan von Darren Tate. Trilithon, Nebular B sowie Astral Projection find ich der absolute Hammer. Hier noch einige meiner Favoriten: Alice Deejay, Armin van Buuren, Paul van Dyke, Gigi D Agostini, The Hypnotist, Pet Shop Boys, Jimmy Sommerville, Bobby Orlando........


•  Wie bist Du zum Spacesynth gekommen und wie denkst Du über die Zukunft von Spacesynth?

Zum Spacesynth bin ich gekommen als ich 1986 meine ersten Syntech und Laserdance Schallplatten kaufte. Ich denke ich habe so ziemlich alle Vinyls von Syntech und Laserdance die für mich absolut als erste Vorreiter des Spacesynth Genres gelten.
Spacesynth hat für mich noch sehr viele Entwicklungsmöglichkeiten. Dadurch, dass
der Spacesynth-Sound eine spezielle Art der Komposition und die richtige Abmischung benötigt, gibt es natürlich bestimmte Muster die man einhalten sollte um den typischen „Space – Sound“ zu erzeugen. Elektronische Musik verändert sich im Allgemeinen. Ich begrüsse das und bin offen, experimentelle artverwandte Spacesynth Stilrichtungen zu hören und zu produzieren.
Was mir zum Beispiel gefällt, ist das erste Album von Cyber Space. Andreas hat in seinen Tracks mit den Vocals sehr interessante Aspekte und mal etwas anderen Spacesynth kreiert. Die neue Produktion von Audionenergy „Spacesynth Contest“ oder die „Synthesizer Dance 8“ von Hypersound gefällt mir auch sehr und inspiriert mich. Ebenfalls tolle Produktionen findet man bei Centaurimusic, der neue „Centauri-Megamix Vol.2“ rockt ziemlich gewaltig und ist einfach genial.
Wie man bei all den Produktionen sieht, hat die Zukunft von neuen Spacesounds im Spacesynth Genre bereits begonnen!! Ich freue mich weitere, zukünftige Produktionen zu hören, die im Spacesynth Stil  auch mal etwas experimenteller klingen..........


•  Hast Du schon mal Musik in anderen Musikrichtungen gemacht?

Da ich seit fast 15 Jahren Musik mache, habe ich bereits eine Unmenge von Tracks im Stil von Techno, Acid, Eurodance, Trance und Goa im typischen „Bieri Style“ produziert. Durch damalige Discobesuche holte ich mir die Inspiration. In Mitte der 90er Jahre hatte ich sogar schon live Auftritte unter dem pseudonym „Rotator The Acid Maschine“!! Das waren Technopartys die ausschliesslich Underground Techno spielten. Mit meinem ganzen Synthesizer Equipment ging ich dort in die Discos und habe das Partyvolk mit meiner selbst komponierten Musik (harten Acid/Techno Sound ) zum „rocken“ gebracht.

Seit Jahren bin ich in einem Club als DJ tätig. Neben Vinyl und Cd`s im Dance Bereich, wird ab und zu ein eigener Track ab CD eingespielt. Ist für mich eine tolle Möglichkeit meine eigenen Tracks einem grösseren Publikum zu präsentieren. Da ich durch meine DJ Tätigkeit nahe beim Partyvolk bin, habe ich 2006 für meinen alljährlichen Zürcher „Streetparade - Auftritt“ den Trance Track „Superstorm“ produziert. Der Song lief im Club rauf und runter. Die Party - Peoples waren begeistert .  Techno, Trance etc. hat in meinem Herzen einen festen Platz und ich werde auch weiterhin in diesem Bereich tätig sein.


•  Kann man Diese Musik irgendwo hören und falls nicht, wird man sie mal irgendwo hören können?

Leider kann man diese Tracks momentan nirgends hören. Viele Freunde die mich musikalisch begleiten, warten schon lange darauf, dass ich endlich mal welche von meinen „alten und neuen“ Techno- Tracks veröffentliche. Diese Tracks nun auf meinem eigenen Label zu Veröffentlichen ist daher naheliegend und ist auch ein Ziel von mir. Ich kann mir gut vorstellen einige ältere und neue Techno- und Eurodance Tracks erstmals auf dem MP3 Download Markt zu veröffentlichen.


•  Du hast ja schon früher einzelne Tracks veröffentlicht, da liegt ein eigenes Album ja recht nahe, wie bist Du dazu gekommen, dies unter einem eigenen Label zu veröffentlichen und nicht z.B. bei Hypersound?

Lieber Thomas, um diese Frage zu Beantworten muss ich vom Beginn meiner Spacesynth Karriere erzählen:

Ich komponiere seit 1992 Acid ,Techno und Eurodance. Nach den ersten 8 Jahren „harten Beats“ war bei mir mal musikalische Abwechslung angesagt! Als ich im Jahre 2000 erste Spacesynth Tracks produzierte, hatte ich noch keine Ahnung was mich musikalisch in den nächsten Jahren erwarten würde. Durch Zufall bin ich auf die Synthesizer Dance CD Vol 1 gestossen und war begeistert zu sehen wer die Compilation produziert hatte - Humphrey Robertson. Kannte ich doch Humphrey (Fresh Color!!) als Fan seit Jahren und habe ihn sogar 1985 mal persönlich kennen gelernt! Ich erinnere mich heute noch gerne an dieses tolle Treffen !!

2002 habe ich dann erstmals Hypersound kontaktiert und schickte Humphrey mein „ERSTES“ CD Demo (Für mich ist dieser Moment bereits heute schon KULT!!!!). Mann, war ich nervös!! Schickte ich doch mein Demo an Humphrey, der seit 1995 mit Hypersound erfolgreich Cd’s produziert. Humphrey war überzeugt von meinem Talent und gab mir die Chance Tracks auf der Synthesizer Dance Vol 4, 5 und 6 zu veröffentlichen. Ich hatte meinen ersten Plattenvertrag und war darüber äusserst glücklich!! Dank Hypersound konnte ich erste Kenntnisse im Musikbusiness sammeln. Diese Erfahrung war für meine persönliche und musikalische Entwicklung sehr wichtig. Ich wusste jetzt, dass ich mit meiner Musik auf dem richtigen Weg bin.

Nach der Veröffentlichung weiterer meiner Tracks auf der SD6 von Hypersound Productions, fragte ich mich, wie es mit meiner musikalischen Karriere weitergehen sollte. Ein eigenes Album über Hypersound zu Veröffentlichen wäre möglich gewesen, doch ich wollte meine eigenen Ziele verfolgen. Ein eigenes Label zu Gründen war für mich der nächste logische Schritt. Mit der Gründung eines eigenen Labels wollte ich mir auch für die Zukunft den nötigen Freiraum schaffen, eigene Kreationen und Stilrichtungen produzieren zu können. Humphrey findet es toll, dass ich diesen Schritt gemacht habe und begrüsst meine damalige Entscheidung!

NOONWAVERECORDS wurde anfangs 2007 ins Leben gerufen, mein erstes Anosphere Album folgte kurze Zeit später!!


•  Wie soll sich Dein Label entwickeln, möchtest Du z.B. auch Musik von anderen Künstlern veröffentlichen?

Diese Frage ist auch für mich interessant! Das 2. Anosphere Album zu veröffentlichen hat erste Priorität, ich bin bereits fleissig am komponieren. Spacesynth zu produzieren ist eine Leidenschaft von mir und beinhaltet in meinem Herzen einen festen Platz. Noonwaverecords will sich aber nicht nur auf das Spacesynth Genre konzentrieren. Da ich allgemein ein Fan von elektronischer Musik bin, möchte ich mit Noonwaverecords auch in anderen Bereichen wie z.B. Trance, Synthpop etc. tätig sein. Elektronische Musik ist sehr vielfältig. Ich möchte dies auch mit Noonwaverecords zum Ausdruck bringen. Da Noonwaverecords erst am Anfang seiner Tätigkeit ist, möchte ich vorerst keine Musik von anderen Künstlern veröffentlichen. Ich möchte zuerst Step by Step Erfahrungen im Musikbusiness sammeln und bin später offen für Projekte mit anderen Künstlern. Wichtige Voraussetzung um Musik für andere Künstler zu veröffentlichen ist es, über ein gutes Netzwerk von Musikern und Freunden zu verfügen. Ich habe bereits erste gute Kontakte aufbauen können...


•  Hast Du oder planst Du eine eigene Webseite für Dein Label und eventuell sogar einen eigenen Shop?

Eine Webseite für Noonwaverecords ist in Planung und wird zur Zeit bearbeitet. Bis ich online gehe wird aber noch ein wenig Zeit vergehen. Da ich erst eine CD veröffentlicht habe, wird es vorerst keinen eigenen Shop über meine Homepage geben. Ich möchte mich vorläufig auf das Produzieren der CD’s konzentrieren. Für den Vertrieb meiner CD habe ich bereits viele, bedeutende Vertriebspartner gewinnen können: Hypersound, Audioenergy, Centaurimusic, Melodymaker, Adifferentdrum! CD’s von Noonwaverecords können nach wie vor auch direkt über meine E-Mail Adresse noonwaverecords@hispeed.ch bestellt werden.


•  Ich würde gern noch mal wieder zur Musik zurück kommen, Womit arbeitest Du, mit welchen Synthesizern? Welche hast Du für Dein Album genutzt?

Grundsätzlich arbeite ich mit Hardware, vom Komponieren bis zum Mastern. Um einen abwechslungsreichen Klangcharakter zu erreichen, habe ich für mein 1. Album verschiedenste Synthesizer und Drum-Maschinen benutzt. Alle Noten und auch Drumparts sind von Hand eingespielt und im Sequenzer (2x Roland MC50 ) aufgenommen worden. Abgemischt wurden die Spuren über das Behringer MX2642 Mischpult. Mein kleiner Stolz ist der Roland Juno 106, den ich für einige Tracks eingesetzt habe (Star Convention). Den Yamaha TX81Z benutzte ich für die Bassline von „Light Distortion“. Der AN1X verwende ich sehr gerne für Leadsounds und Akkorde wie zum Beispiel bei „Mutant Generation The Story“ oder „Lasernights at your Planet“.
Die Korg Drum Maschine DDD1 hat einfach im gesamt Mix eine tolle Durchsetzungskraft, ich benutzte sie bei „Mutant Generation“. Mit der Roland Drum TR 626 und dem Roland JD 990 produzierte ich „Point of Stars“. Beim Track „Congate“ spielte ich die Drums teilweise mit der Korg ER-1 ein.
Die Vocoderstimmen erzeuge ich gerne mit dem Allzwecksynthesizer Korg MicroKorg oder dem MAM VF11 Vocoder, die ich dann im Akai S2800 - oder Emu Esi 4000 Sampler bearbeite und abspiele.
Als Effekt Gerät für verschiedene Klänge, benutzte ich den Alesis Microverb 4 und den Behringer Virtualizer Pro. Für das Mastern habe ich den TC Finalizer Express, Behringer Composer MDX2100 und Behringer Tube UltraQ T1951 Equalizer benutzt und es anschliessend auf mein Sony DAT aufgenomme.


•  Hast Du ein eigenes Studio, in dem Du von der ersten Note bis hin zum fertigen Master alles selbst machen kannst?

Ja, ich habe ein eigenes kleines Studio, von der ersten Note bis zum fertigen Master wird alles ohne Computer in meinem Studio produziert. Für das Pressen der ersten Anosphere CD hatte ich nach langer suche das Presswerk „Bandorama“ in der Schweiz gefunden. Bandorama war für mich gleichzeitig auch ein wichtiger und kompetenter Ansprechpartner in Ton- und Bildtechnischen Details. Es war eine tolle Teamarbeit!


•  Was sind Deine Lieblings Synthesizer?

Roland Juno 106 / JD990 /JV1080, Yamaha AN1X, das Allroundtalent Korg MikroKorg. Ich wünschte ich hätte einen Yamaha DX7. Mit dem DX7 wurden in den  80er Jahren viele Hits gemacht.


•  Was denkst Du über Software, heute braucht ja eigentlich keiner mehr viel Hardware, da alles im Computer gemacht werden kann.

Da ich nicht mit dem Computer komponiere ist es schwierig für mich auf diese Frage zu Antworten. Ich bin da auch kein Fachmann. „Nur“ mit Hardware Musik zu produzieren, hat manchmal den Nachteil, dass gewisse Editierungen der Sounds etwas länger dauern als mit dem Computer. Ein kleines Beispiel: Ich arbeite mit dem Sequenzer Roland MC50. Bis da verschiedene Soundparameter editiert sind vergeht halt eine Zeit, weil man sich durch die Edit Menüs durcharbeiten muss. Bei der Produktion mit dem Computer hat man alle Parameter auf dem Bildschirm, was sicherlich von Vorteil ist. Da ich aber seit Jahren mit den MC50 arbeite, habe ich mich an die Menü Bearbeitung gewöhnt und könnte mir momentan nichts anderes vorstellen. Grundsätzlich finde ich Computer und Software eine geniale Sache. Kann man doch Bild und Ton in einer verblüffenden Qualität herstellen und editieren. Für das Cover von Anosphere benutzte ich natürlich den Computer. Es war für mich eine tolle Erfahrung das Cover mit dem Computer zu Bearbeiten. Der Computer und ich sind nun gute Freunde geworden 


•  Was können wir in naher und ferner Zukunft noch von Dir hören?

Das 2. Anosphere Album im typischen Spacesynth „Bieri Style“, wird in naher Zukunft über Noonwaverecords veröffentlicht werden. Eine Noonwaverecords Info Homepage wird es geben. In ferner Zukunft habe ich vor meine „anderen“, zum Teil auch älteren Dance Tracks über Noonwaverecords zu Veröffentlichen. Hierfür bin ich noch auf der Suche nach einer geeigneten Mp3 Download Site. Es würde für mich somit auch ein langer Wunsch in Erfüllung gehen, 15 Jahre „Bieri Stefan“ Musik mal einem breiteren Publikum zu Präsentieren.........

Ich könnte mir auch gut vorstellen, im Stil von gemischter elektronischer Musik, eine Noonwaverecords Compilation zu produzieren...


•  Möchtest Du noch etwas sagen, was hier im Interview noch nicht gesagt wurde?

Dieses Interview war auch für mich sehr interessant. Ich möchte mit meiner Musik Freude machen. Es ist toll, dadurch Freunde auf der ganzen Welt kennen zu lernen! An dieser Stelle möchte ich mich bei all meinen Fans bedanken, die für mich die treibende Kraft sind um weiter zu machen. Auch einen herzlichen Dank an alle Vertriebspartner sowie Spacesynth.de und Spacesynth.net die Noonwaverecords und Anosphere grandios unterstützen.


Vielen Dank für Deine Zeit und für dies Interview.

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